Der Buchhandelsrabatt ist ein im Buchpreisbindungsgesetz (BuchPrG) geforderter Preisnachlass, den der Buchhandel beim Kauf eines Buches vom Verlag, der Distributionsplattform oder vom Selbstverleger aka Selfpublisher bekommt.
Der Buchhändler verkauft das Buch anschließend zum gebundenen Ladenpreis (gemäß Buchpreisbindung) und behält die Differenz als Marge – davon müssen allerdings noch seine eigenen Kosten bezahlt werden.
Rund 30 % Buchhandelsrabatt gelten als typische Größenordnung – die konkrete Höhe variiert je nach Verlag und Vertriebsweg. (Ist noch ein Barsortiment zwischengeschaltet, wird die Kalkulation entsprechend komplexer: Der Verlag räumt dem Barsortiment einen Rabatt ein, das Barsortiment wiederum der Buchhandlung.)
Diese Preisermäßigung ist übrigens keine nette Geste der Verlage.
Das Buchpreisbindungsgesetz verpflichtet Verlage vielmehr, bei ihren Konditionen die buchhändlerischen Leistungen und den Beitrag zur flächendeckenden Versorgung mit Büchern „angemessen“ zu berücksichtigen.
Das zählt sogar zum kulturellen Auftrag der Buchhandlung.
In der Buchbranche ist der Buchhandelsrabatt auch eine wichtige Stellschraube für die Wirtschaftlichkeit eines Titels in Buchhandlungen.
Bei Selfpublishern ist u. a. deswegen der stationäre Buchhandel nicht gleich (manchmal auch nicht später) das Gelbe vom Ei:
Im Vergleich zum Direktvertrieb bleibt Selfpublishern häufig deutlich weniger vom Verkaufspreis – während der zusätzliche Nutzen oft nur in Prestige, Offline-Sichtbarkeit und dem bauchpinselnden Gefühl liegt, das eigene Buch im Buchladen zu sehen, liegt.
Für Selfpublisher kann es sich trotzdem lohnen.
Der stationäre Buchhandel bietet etwas, das der Direktvertrieb über den eigenen Shop nicht ohne Weiteres ersetzen kann: physische Präsenz, persönliche Empfehlungen, Sichtbarkeit und die Möglichkeit, Leser zu erreichen, die das Buch sonst vielleicht nie entdeckt hätten.
Deshalb sollte man bei der Frage „Lohnt sich der Buchhandel für mein Buch (trotzdem)?“ nicht nur auf die Marge schauen.
Entscheidend ist vielmehr, welchen zusätzlichen Nutzen dieser Vertriebskanal für das eigene Buch bringt.
Und noch eine wichtige Unterscheidung:
„Im Buchhandel erhältlich“ bedeutet zunächst nur, dass Buchhandlungen das Buch bestellen können.
Es heißt nicht, dass es in jeder Buchhandlung im Regal steht.
Für Selfpublisher ist die Buchhandelsanbindung dennoch interessant und auf jeden Fall eine Überlegung wert.
Sie sollte jedoch Teil einer bewussten Vertriebsstrategie sein und nicht allein deshalb angestrebt werden, weil „im Buchhandel erhältlich“ prestigeträchtiger klingt.
Denn am Ende geht es nicht darum, wo ein Buch verkauft wird.
Sondern darum, wo es seine Leser findet.


