Kaum ein Wort bringt Selfpublisher gleichzeitig zum Strahlen und zum Verzweifeln wie dieses, haha.
Eine Buchrezension ist ursprünglich die kritische Besprechung eines Buches oder eines anderen Werks.
Im heutigen Sprachgebrauch wird der Begriff häufig auch für Leserbewertungen mit persönlicher Meinung verwendet – etwa auf Amazon, BoD oder dort, wo man das Buch erworben hat.
Sprachwandel sei Dank.
Genau hier steckt der erste Denkfehler, was Rezensionen wirklich sind
Viele Autoren glauben, Rezensionen seien eine Belohnung für ein gutes Buch.
Ganz besonders, wenn sie sich mit Lob nur so überschlagen und runtergehen wie Öl.
Tatsächlich sind Rezensionen vor allem Vertrauenssignale für künftige Käufer.
Die meisten Interessenten lesen nämlich erst die Rezensionen (also die Bewertungen) – und entscheiden danach, ob sie überhaupt beim Klappentext weiterlesen.
Der zweite Denkfehler: Quantität vs. Authentizität
Du denkst von daher, du bräuchtest unbedingt ganz viele 5-Sterne-Rezensionen.
In a nutshell: Nein.
Eine Handvoll ehrlicher 4-Sterne-Bewertungen wirkt sehr viel glaubwürdiger als eine makellose 5,0-Sterne-Wertung.
–> Perfektion macht misstrauisch. Authentizität verkauft.
Und noch etwas:
Bitte deine Leser niemals um positive, sondern immer um ehrliche Rezensionen.
Alles andere kann einerseits gegen die Richtlinien der jeweiligen Plattform verstoßen und schadet andererseits im Zweifel deiner Glaubwürdigkeit.
Mein Buchfee-Tipp:
Mach es deinen Lesern so einfach wie möglich.
Eine sympathische Bitte am Ende des Buches, kombiniert mit einem QR-Code oder Direktlink, erhöht die Wahrscheinlichkeit enorm, dass Leser sich tatsächlich zwei Minuten Zeit nehmen.
Merke:
Rezensionen bewerten nicht nur dein Buch. Sie verkaufen es.
Von daher ist es sogar deine wirtschaftliche Pflicht, dich um ehrliche Rezensionen zu bemühen. (Natürlich nicht mit unlauteren Mitteln.)
Fun Fact für Sprachnerds:
Streng genommen sind die meisten Rezensionen wie bspw. auf Amazon gar keine Rezensionen im klassischen Sinn.
Eine Rezension setzt ursprünglich eine kritische Auseinandersetzung mit einem Werk voraus: ordnet ein, analysiert, bewertet Stärken und Schwächen und begründet ihr Urteil.
So ein bisschen wie eine Diskussion auf sprachwissenschaftlicher Ebene, warum ein Buch „funktioniert“ und warum nicht.
Die meisten Bewertungen auf Amazon & Co. bestehen dagegen aus einer persönlichen Leseerfahrung oder einer kurzen Meinung – oft in nur wenigen Sätzen. Manchmal sogar mit einer solidarischen Kaufempfehlung.
Trotzdem hat sich der Begriff Rezension im allgemeinen Sprachgebrauch inzwischen so etabliert, dass heute auch solche Leserbewertungen darunter verstanden werden.


